Klaviyo & DSGVO – rechtssichere Anwendung
Einleitung
E-Mail-Marketing ist ein kraftvolles Tool für Unternehmen, um Kunden zu binden und Umsätze zu steigern. Doch mit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und weiterer Datenschutzgesetze stehen viele Marketer vor einer großen Herausforderung: Wie lässt sich ein Tool wie Klaviyo DSGVO-konform nutzen, ohne gegen Vorschriften zu verstoßen?
Klaviyo ist eine beliebte E-Mail-Marketing-Plattform, welche sich besonders für E-Commerce-Unternehmen eignet. Doch da das Unternehmen seinen Sitz in den USA hat, sollte hier besondere Vorsicht geboten sein. Der Einsatz von US-Tools kann in Europa problematisch sein, vor allem nach Wegfall des Privacy Shields. Unternehmen haben sicherzustellen, dass sie personenbezogene Daten ihrer Kunden gesetzeskonform verarbeiten, um hohe Bußgelder zu vermeiden.
Im folgenden Beitrag werden wir darauf eingehen, was und worauf man bei der Nutzung von Klaviyo achten muss. Weiterhin zu beachten: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Bei konkreten Fragen sollte man sich hier an einen Anwalt oder einen Datenschutzexperten:in wenden.

Klaviyo, Datenschutz und E-Mail-Marketing
E-Mail-Marketing gehört zu den effektivsten Methoden, um mit Kunden in Kontakt zu bleiben, Produkte zu bewerben und langfristige Beziehungen aufzubauen. Doch gerade, weil E-Mail-Kampagnen auf personenbezogene Daten basieren, spielt der Datenschutz eine immense Rolle.
Die DSGVO regelt, wie ein Unternehmen personenbezogene Daten verarbeiten darf. Dazu gehören zudem auch E-Mail-Adressen, die für Newsletter oder automatisierte Kampagnen genutzt werden. Verstöße gegen die DSGVO können zum einen zu sehr hohen Bußgeldern führen und zum anderen das Vertrauen der Kunden nachhaltig schädigen.
Personenbezogene Daten definiert die DSGVO als sämtliche Informationen, welche sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Im E-Mail-Marketing umfasst das unter anderem: E-Mail-Adresse, Namen, Telefonnummern und Wohnadressen, Daten zum Kaufverhalten und Tracking-Daten.
Durch die DSGVO werden den Unternehmen ganz klare Vorgaben und Richtlinien vorgestellt, welche von den Marketern unbedingt beachtet werden sollten:
- Einwilligungspflicht für Werbe-E-Mails: Bevor eine Werbe-E-Mail an einen Kunden verschickt wird, benötigt man die ausdrückliche Zustimmung des Empfängers. Diese muss freiwillig, informiert und nachweisbar sein. Ein einfaches Ankreuzen eines Kästchens in einem Anmeldeformular reicht nicht aus, wenn keine klare und unmissverständliche Aufklärung stattgefunden hat.
- Double-Opt-in-Verfahren: Um sicherzustellen, dass eine Anmeldung zum Newsletter wirklich vom Nutzer selbst stammt, gehört das Double-Opt-in-Verfahren in Deutschland schon fast zum Pflichtprogramm. Hierbei erhält der Nutzer nach der Anmeldung eine Bestätigungs-E-Mail mit einem Link, den er anklicken muss, um die Anmeldung abzuschließen. Erst danach ist die Anmeldung vollständig. Dieses Verfahren hilft Missbrauch zu vermeiden und stellt sicher, dass die Einwilligung rechtlich belastbar ist.
- Recht auf Auskunft, Berichtigung und Löschung: Alle Nutzer haben jederzeit das Recht, Auskunft darüber zu erhalten, welche ihrer Daten gespeichert sind, falsche Daten korrigieren oder löschen zu lassen. Dieser Schritt muss für die Nutzer so problemlos und schnell wie möglich durchzuführen sein.
- Datensicherheit: Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Daten ihrer Kunden geschützt und nicht unbefugt zugänglich sind.
Da, wie bereits erwähnt, Klaviyo ein US-amerikanisches Tool ist, stellt sich die Frage, wie diese Anforderungen umgesetzt werden können.
Klaviyo und der Datenschutz: Herausforderungen und Lösungen
Klaviyo ist ein sehr leistungsstarkes Tool, doch die Tatsache, dass es ein US-Dienstleister ist, bedeutet, dass sensible, personenbezogene Daten in die USA übermittelt werden. Dies birgt ein Risiko, da die Datenschutzgesetze dort nicht mit denen der EU vergleichbar sind.
Seit dem Schrems-II-Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist das Privacy Shield-Abkommen zwischen der EU und der USA ungültig. Das bedeutet, dass Unternehmen weitere zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen müssen, wenn sie US-Dienste nutzen möchten.
Lösungsansätze für eine DSGVO-konforme Nutzung von Klaviyo
- Abschluss eines Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV): Klaviyo bietet an, eine Data Processing Agreement (DPA) als Unternehmen abzuschließen. Dadurch werden bestimmte Datenschutzmaßnahmen geregelt.
- Standardvertragsklauseln (SCCs): Die EU-Kommission hat Standardvertragsklauseln entwickelt, die Unternehmen als zusätzliche Absicherung mit Klaviyo vereinbaren können.
- Datenspeicherung in der EU: Inzwischen bietet Klaviyo die Möglichkeit an, Daten in der EU zu speichern. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Datenschutzkonformität. Unternehmen sollten daher dringend prüfen, ob sie Daten löschen können.
- Datenminimierung: Nur die wirklich notwendigen Kundendaten sollten in Klaviyo gespeichert werden.
- Verschlüsselung und Anonymisierung: Sensible Daten sollten unbedingt verschlüsselt übertragen und gespeichert werden, um sie vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
Diese Maßnahmen bieten die Möglichkeit, Klaviyo konform zu nutzen, stellen aber keine absolute Sicherheit dar. Eine endgültige Einschätzung sollte durch einen Datenschutzexperten erfolgen.
Häufige Fragen
Ist Klaviyo DSGVO-konform nutzbar?
Was ist das Double-Opt-in-Verfahren?
Warum ist Klaviyo als US-Tool datenschutzrechtlich kritisch?
Welche Daten gelten im E-Mail-Marketing als personenbezogen?
Was droht bei DSGVO-Verstößen im E-Mail-Marketing?
Quellen
- Ist Klaviyo DSGVO-konform? Alles, was du wissen musst — Klaviyo
- Angemessenheitsbeschluss zum EU-U.S. Data Privacy Framework in Kraft getreten — Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI)
- Datenschutzerklärung für Klaviyo — eRecht24
- DSGVO im E-Mail-Marketing – so agierst du rechtssicher — OMR Reviews







